Zwei erneute Fälle von Milzbrand (Anthrax)

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bitten Sie, die folgende Information in Ihrem Netzwerk zu streuen:

Das Robert Koch-Institut wurde in den letzten Tagen über das europäische Frühwarnsystem über zwei erneute Fälle von Milzbrand (Anthrax) bei Personen mit i.v.-Heroinkonsum in England und Schottland informiert. Beide Personen sind verstorben (eine Person am 2.3. in England und die zweite am 14.03.2013 in Schottland). Damit gibt es seit Anfang Juni 2012 in Europa insgesamt 15 Fälle von Milzbrand bei Personen, die Drogen konsumieren, davon 4 in Deutschland.

Die Tatsache, dass die Milzbrand-Erregerstämme, die bei einem Teil der seit 2012 aufgetretenen Milzbrandfällen isoliert wurden, identisch bzw. zumindest sehr eng verwandt sind mit den Stämmen der deutschen und britischen Fälle aus den Jahren 2009/2010, legt nahe, dass dieselbe Infektionsquelle noch aktiv sein könnte. Ein erneutes Auftreten von Fällen auch in Deutschland ist möglich. Mit dieser Information soll die Aufmerksamkeit bei Betroffenen und Beratenden erhöht werden, damit eventuelle Fälle frühzeitig erkannt und therapiert werden.

Anthrax ist eine seltene bakterielle Infektion, die über verschiedene Eintrittspforten eine schwere septische Erkrankung bis hin zum Tod verursachen kann. Die Infektion beim sogenannten Injektionsmilzbrand erfolgt durch die Injektion einer mit Milzbrandsporen verunreinigten Substanz. Theoretisch ist auch eine Übertragung durch kontaminierte Injektionsutensilien vorstellbar. Typisch ist dabei die Entwicklung einer schweren entzündlichen Weichteilinfektion mit Kompartmentsyndrom und einer nekrotisierenden Fasziitis in der Region der Injektionsstelle. Die Infektion ist aber auch durch Inhalation oder Rauchen von kontaminierten Stoffen Substanzen möglich.

Für die Behandlung der Infektion mit dem Milzbranderreger stehen prinzipiell wirksame Antibiotika zur Verfügung. Die Infektion ist praktisch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar, für die Allgemeinbevölkerung besteht kein Risiko.

Weitere Informationen zum aktuellen Ausbruchsgeschehen und zu erforderlichen Maßnahmen im Verdachtsfall finden Sie auf den Seiten des RKI unter

http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Anthrax/Anthrax.html

 

http://www.hps.scot.nhs.uk/bbvsti/anthrax.aspx

zum Fall aus England unter

 

http://www.hpa.org.uk/Topics/InfectiousDiseases/InfectionsAZ/Anthrax/

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